Der Singel im Singelhaushalt und die Chaostheorie

So langsam ist er genervt und der Frust wächst täglich. Drei Jahre lang schmort Lukas im Singelhaushalt in seinem Single Dasein.

Genervt von den ständig lächelnden und knutschenden Pärchen. Überall. An seinem Frust ist einzig und allein sein bester Freund Toni schuld. Der hat letzte Woche ein Mädel kennengelernt, die einfach der Oberknaller ist. Und Toni ein echter Problemfall.
Also, was machen?
 
Online Dating ist ja nicht mehr brandneu und ist für die meisten „voll normal“. Aber bisher war Lukas davon überzeugt, dass diese Plattform ein Tummelplatz für die Verzweifelten, Alten und Hässlichen sei. Nun, verzweifelt ist er ja.
Er befüllt großzügig ein Glas Rotwein, schmeißt den PC an und macht es sich auf dem Sofa gemütlich. Die bekanntesten Singlebörsen sind schnell gefunden. Ganz klar, nur erfolgreiche Akademiker, nur Modells. Sehr realistisch.
Nach einer ganzen Stunde und einem weiteren Glas Wein findet er endlich eine Website, die einigermaßen realistisch ausschaut. Also gut, wenn nicht jetzt, wann dann. Lukas loggt sich bei  'Traudich – Brauchdich' ein und fabriziert ein originelles und witziges Profil. Denkt er.
Jetzt fängt das Warten an, und das gehört so wenig zu seinen Stärken wie Geduld. Aber seine Entschlossenheit und der Mut doch endlich dieses Risiko gewagt zu haben, werden schnell belohnt. Innerhalb kürzester Zeit hat er vier Kontaktanfragen. Das muss gefeiert werden und der restliche Rotwein wird aufgeregt ins Glas gekippt.
 
Natascha, 54, zweimal geschieden, arbeitssuchend, strahlt Lukas entgegen. Blond (gefärbt), kräftige Statue (also dick) sieht aus wie 62. Klick, gelöscht.
Wilhelm, 31.... Klick, gelöscht.
Bei Cheyenne, 28, zuckt Lukas zusammen. Eine blasse Frau (weiß wie Alpina Wandfarbe, gut deckend), hat anscheinend ihre Vorliebe für Gothic entdeckt bzw. noch nicht abgelegt. Schwarze, Augenbrauen, schwarzer Lidschatten (nicht sparsam angewendet), angeklebte Wimpern (so lang und schwer, dass sich die Augen kaum öffnen lassen). Die Lippen sind sorgsam mit schwarzem Lippenstift übermalt worden. Lukas Stimmung hat seinen Tiefpunkt erreicht. Drei Nachrichten, drei Nieten und der Wein ist leer. Bevor er sich wagt die vierte Nachricht zu öffnen, muss er sich etwas mehr Zuspruch antrinken. Da muss halt der horrormäßige süße Likör herhalten, den seine Ex vergessen hat.
Jetzt ist Lukas ist bereit sich der letzten Kontaktanfrage zu stellen. Das Foto ist ok. Suzan, 33, Single, keine Vorstrafen, keine Kinder. Musikgeschmack und Hobbies sind akzeptabel. Bevorzugt ein persönliches Kennenlernen. Der leicht (stark) beschwipste Lukas klickt auf JA und das reale Date für den kommenden Samstag steht.
 
Als er am nächsten Morgen aufwacht, meldet sich der Schädel. Wie um alles in der Welt hatte er sich mit einer Fremden verabreden können? Ein Blind Date? In seiner Wohnung? Aber das ist der Preis, wenn man zu faul ist mit dem Auto zu fahren. Da hilft kein Jammern, zugesagt ist zugesagt. Auf seine Verlässlichkeit kann man sich verlassen.
Lukas schaut sich in der Wohnung um. Samstag ist in zwei Tagen und bei ihm sieht es aus, als wäre jahrelang nichts gemacht worden. Exakt gesagt seit drei Jahren, seit ihn seine Ex verlassen hat.
Aber Neugier und Scham beflügeln. Nach 24 Stunden sieht die Bude annehmbar aus. Der Esstisch und das Bücherregal sind wieder zum Vorschein gekommen und die verdorrten Blumentöpfe im hohen Bogen in den Müll geflogen.
Er schaut nochmal auf die Mail, um die genaue Uhrzeit für das Date zu checken und erleidet einen Blutsturz. In der Mail steht nicht nur die Uhrzeit, sondern fett und mit unnötig vielen Ausrufezeichen verziert „...bin mal gespannt, was Du für mich kochen wirst...“
 
Im Ernst jetzt!?!? Entweder sollte er seinen Alkoholkonsum definitiv herunterschrauben, oder nur noch nüchtern mailen. Lukas hat noch nie gekocht, geschweige für jemand Anderen.
Wie ein blindes Huhn jagt er in den nächsten Supermarkt. Die Tüten fliegen wahllos aber treffsicher in den Einkaufswagen. Eins steht fest: dies wird das Erste und Letzte Blind Date. Die Nerven liegen blank. Er atmet tief durch und grübelt, was man aus dem ganzen Krempel zaubern kann.
 
Punkt 19:30 meldet sich die Türklingel. Lukas schreitet frisch rasiert und mit einer utopischen Menge Eau de Toilette an Gesicht und Händen an die Tür. Vor ihm steht eine strahlende Suzan. Attraktiv. Schlank. Allerdings verschwindet ihr Lächeln für eine Sekunde, als ihr die gigantische Duftwolke Tränen in die blauen Augen treibt. Das bemerkt Lukas nicht. Er ist hingerissen, und zeigt ihr wie ein (kopfloser) Gentleman die Garderobe, das Wohnzimmer, die Abstellkammer, das Schlafzimmer und den Lokus.
Geruchsentferner
 
Suzan ignoriert die wirre Führung. Sie hat Spaß. Nach und nach verflüchtigen sich die Eau de Toilette Schwaden und ein köstlicher Essensgeruch macht sich bemerkbar.
„Das riecht lecker! Was gibt es denn?“
„Schwein.“
„Und als Beilage?“
„Was Grünes.“
Der Gastgeber stellt fest, dass die Konversation nicht ganz so flüssig läuft, wie erhofft, und gießt zwei Gläser Wein ein. Nach ein paar kräftigen Schlucken präsentiert er seine Kreation von Schnitzel, Salatgurke (dekorativ in vier Teile zerstückelt) und Ketchup. Ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber Suzan plappert, lacht und isst den ganzen Teller leer. Lukas wird mit jedem Bissen (und Schlückchen) lockerer. Ihm gefällt das Date.
Nachdem Suzan den letzten Brocken Gurke verschluckt hat, sagt sie „Komm, lass uns zusammen die Küche aufräumen.“
Diese Ankündigung kommt so überraschend, dass sich Lukas an seinem Getränk verschluckt.
„Nö, das mache ich später.“
Aber wer Frauen ein kleines Bisschen kennt, weiß dass sie eh machen, was sie wollen. So hat
Suzan bereits beide Teller in der Hand und stiefelt in die Küche.
„Du weiß doch gar nicht wo die Küche ist!“
„Klar, der einzige Raum, den du mir nicht gezeigt hast.“
Lukas kann sein Verderben nicht mehr aufhalten. Er rennt ihr hinterher. Zu spät. Sie hat bereits die Küchentür geöffnet. Steht da. Ganz still. Stundenlang (in Wahrheit ein paar Sekunden).
„Ist das alles heute Abend passiert?“
„Quatsch! Natürlich nicht! So ein Unsinn! Wäre ja peinlich...... Ja.“
 
Die Apokalypse präsentiert sich wie folgt:
Ein gigantischer Topf mit angebrannten Kartoffeln und verkohlte Pfannen stehen auf dem Herd.
Schälchen, deren Inhalt sehr abwechslungsreich sind. Suzan kann nicht einschätzen, ob es sich um Saucen oder Farben handelt. Gemüse, Konserven und rabenschwarze Hähnchenschenkel sind auf der Arbeitsfläche, dem Tisch und Fensterbank verteilt. Kacheln, Boden und der komplette Herd sind (beinahe künstlerisch) mit so vielen Spritzern bedeckt, dass man den ursprünglichen Zustand nicht erahnen kann. Lukas steht hinter ihr und fühlt sich verloren.
Suzan drückt ihm die zwei Teller in die Hand, geht zur Garderobe, zieht ihren Mantel an und ruft „Bin gleich wieder da“ und ist weg.
 
Nun steht er da. Mal wieder von einer Frau verlassen. Er stellt die Teller auf den Boden, seufzt mitleiderregend und fragt sich, wo er zuerst anfangen soll. Da klingelt es an der Haustür. Um die Zeit? Lukas schlurft den Flur entlang. Vor ihm steht Suzan. Lächelnd. Sie hat einen Korb am Arm baumeln. Wie um Himmelswillen hat sie das in fünf Minuten geschafft? Dass inzwischen eine halbe Stunde vergangen ist, hat er überhaupt nicht mitbekommen.
Sie schiebt ihn zur Seite.
„Komm, wir wollten es doch zusammen machen.“
Er trollte sich in die Küche, weiß seine Gefühle nicht einzuordnen und starrt auf ihr Körbchen. Aus diesem linsen Gummihandschuhe, Müllbeutel, Schrubber, ein kleiner Topf mit frischem Basilikum und verschiedenen Reinigungsmittel heraus. Außer den Müllbeuteln ist für Lukas das andere „Zeugs“ absolutes Neuland.
 
 
 
 

"Zum Dank gibt es ein leckeres Frühstück und das Single leben hat ein Ende."

  
 
 
 
 
 
 
 
 
 

"Bevor Sie eine Panikattacke überkommt, versuchen Sie folgende KonzentratPLUS Produkte."

 

 

 
 
 
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Frau: Urheberrecht: Olena Zaskochenko/Shutterstock

 

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